Bevölkerungsforschung und Politik in Deutschland im 20. by Rainer Mackensen

By Rainer Mackensen

Die Autoren der Beiträge zeigen Merkmale und Varianten bevölkerungsbezogener Forschungen und ihre Anwendungen in der NS-Zeit. Im Mittelpunkt stehen Zusammenhänge zwischen der deutschen Bevölkerungswissenschaft und der Bevölkerungspolitik des NS-Staates. Erörtert werden Aspekte der Verbindungen von Wissenschaft und Politik und ihre wechselseitigen Instrumentalisierungen wie zum Beispiel die bevölkerungswissenschaftliche Handhabung empirischer Daten zur Prüfung von Hypothesen.

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Hippius ed. 1942, 72. a. die Professoren Kurt Stavenhagen (Posen) und Konrad Lorenz (Konigsberg). 34 35 Vgl. Roth 21999, 303ff. Zit. n. Klingemann 2002, 191. „Assimilation" und „Dissimilation" in der „Bevolkerungsgeschichte" 31 ersetzt. Bestimmte Traditionslinien des „Umvolkungs"diskurses lebten jedoch ungeachtet dieser teilweisen Briiche iiber 1945 hinweg fort, wenn auch teilweise in semantisch und inhaltlich oft neu akzentuierter Weise. Max Hildebert Boehm reproduzierte Ende der 1950er Jahre gangige begriffliche Versatzstiicke von „Assimilation" und „Umvolkung", vor allem hinsichtlich des Drei-Generationenmodells der „Umvolkung" und des postulierten kulturellen Reifeunterschieds zwischen „Natur-" und „Kulturv6lkem" als notwendiger Voraussetzung der „Assimilation".

3ff. Beyer 1937, 1. Roth 21999, 286f. So erorterte Keyser die Darlegungen Beyers zur „Umvolkung" weder in seiner „Bevolkerungsgeschichte" (siehe dazu unten), noch erwahnte er ihn in seinen Forschungsberichten zur „Bev6lkerungsgeschichte" oder in seinem Beitrag fur die Brackmann-Festschrift: Vgl. Keyser 1934, 1936, 1939, 1941, Neue Forschungen; ders. 1942, Erforschung. Keyser riet der „Gesellschaftslehre", sich nicht „in unfruchtbare[n] Begriffsspaltereien" zu verlieren und stattdessen eine Sichtweise des Bevolkerungsprozesses zu entwickeln, die sich auf „die Fortpflanzung der Menschheit" konzentriere.

1988. Vgl. von Loesch 1925, bes. 213, 229. Vgl. , s. ; vgl. a. „Assimilation" und „Dissimilation" in der „Bevolkerungsgeschichte" 27 schien also ein gleichsam natumotwendiger Vorgang zu sein. Der gleiche Vorgang wurde in Bezug auf einzelne Personen oder soziale Gruppen oft entschieden negativ bewertet, etwa wenn „Renegaten", „Uberlaufem" oder „Assimilanten" vorgeworfen wurde, dass sie ihrem angestammten „Volkstum" aufgrund ihres Verhaltens untreu geworden seien^^. Normative Erklarungsmuster der „Umvolkung", wie ich sie oben angesprochen habe, erfuhren durch derlei moralisierende Wertungen eine Relativierung.

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