Alt und schön: Geschlecht und Körperbilder im Kontext by Grit Höppner

By Grit Höppner

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Der globale Wettbewerb ändert das Umfeld, in dem Unternehmen heute agieren. Märkte verschieben und Technologien entwickeln sich. Um nicht an den Rand der Bedeutungslosigkeit gedrückt zu werden, sind Unternehmen gezwungen, sich selbst zu erneuern. Sie können sich nur dann im Wettbewerb behaupten, wenn sie kontinuierlich Prozesse verbessern, Produkte mit Mehrwert entwickeln und latente Kundenwünsche aufspüren.

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Foucault 2004). Diese Klassifizierung in Anlehnung an normative Vorgaben in „geeignet“/„ungeeignet“, „normal“/„anormal“ ist insofern kritisch zu bewerten, als „unvollkommene“ Körper eine schwindende soziale Akzeptanz erfahren. Eva Kreisky (2008) spricht in diesem Zusammenhang gar von der Entstehung „neue[r] Körperklassen“ (Kreisky 2008, S. 155). Dabei wird zwischen jenen differenziert, die sich neoliberalen Körperidealen annähern können und denen, die daran scheitern: „Alle vom kapitalistischen Körper-Phantasma abweichenden, etwa alternden, überforderten, abgekämpften, übergewichtigen, kranken oder bloß dem allseits indoktrinierten Schönheits- und Schlankheitsideal nicht (mehr) entsprechenden Körper(-Bilder) [werden] entwertet und mehr oder der Markt rund um eine gesunde Ernährung sind aufgrund ökonomischer Bedingungen für viele Menschen nicht zugänglich.

Schroeter 2007). ) ihre (Un-)Fähigkeit, freie und rationale Subjekte zu sein“ (Lemke 2007, S. 56). Gesundheit in einem neoliberalen Verständnis muss somit als deutliches Zeichen von Initiative gedeutet werden: Was aus medizinischer Sicht als Risikofaktor für eine Krankheit eingeordnet wird, ist aus neoliberaler Perspektive korrekturbedürftig: „Da Selbstbeherrschung und Autonomie fundamentale Voraussetzungen der Gesundheit bilden, sind ein mangelnder Wille und eine unzurei46 So merkt Anne Fleig (2008) einen beständigen Anstieg der Mitglieder in Fitness-Studios an: Im Jahr 2006 waren Schätzungen zufolge etwa 8,5% der Deutschen Mitglied in einem Fitness-Studio.

41 Dass zur Erreichung dieser Zielsetzungen gesicherte Einkommensverhältnisse notwendig sind und der Körper damit zur „Arena sozialer und ökonomischer Kämpfe erkoren“ (Kreisky 2008, S. 148) wird, verstärkt letztlich gesellschaftliche Differenzierungen: Wellness-Oasen, Fitness-Studios oder G. 1007/978-3-531-93052-7_4, © VS Verlag für Sozialwissenschaften | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2011 46 4 Neoliberale Körperbilder und Doing Beautyfication im Alter dieser Perspektive haben Menschen ununterbrochen Entscheidungen zu treffen, die letztlich (scheinbare) Rückschlüsse auf ihre Charaktereigenschaften liefern: Denn nur die Personen, die ihre Körper gemäß gängigen Vorstellungen formen, können sich in neoliberalen Gesellschaften durchsetzen.

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